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Rechnung als Fotograf: 7 Prozent oder 19?

Wer als Fotograf eine Rechnung schreibt, setzt oft zwei Steuersätze auf ein Blatt: 7 Prozent für die Einräumung von Nutzungsrechten, 19 Prozent für Leistungen ohne Rechteübertragung. In kaum einer Branche wird der Satz so oft falsch gesetzt wie in der Fotografie, und für Grafik, Text und Video gilt dieselbe Trennung. Kommt beides auf eine Rechnung, muss die Aufteilung nachvollziehbar sein.

7 / 19Prozent – je nach Leistungsteil

Worauf es hier ankommt

Nutzungsrecht ist nicht gleich Aufnahme

Die 7 Prozent gelten nach § 12 Abs. 2 Nr. 7 Buchst. c UStG für „die Einräumung, Übertragung und Wahrnehmung von Rechten, die sich aus dem Urheberrechtsgesetz ergeben“, also für das Recht und nicht für die Tätigkeit. Für den Aufnahmetag selbst, eine Leistung ohne Rechteübertragung, gilt der Regelsatz von 19 Prozent (§ 12 Abs. 1 UStG); die Einräumung des Rechts, die Bilder zu veröffentlichen, ist die Rechteübertragung. Das betrifft nicht nur künstlerische Aufnahmen, denn auch einfache Lichtbilder schützt das Urheberrechtsgesetz (§ 72 UrhG). Wer Aufnahme und Rechte in einer Position zusammenfasst, macht die Aufteilung unmöglich. Ob es überhaupt zwei Leistungen sind, entscheidet allerdings der Auftrag: Ist die Rechteeinräumung die Hauptsache und die Aufnahme nur der Weg dorthin, teilt die Nebenleistung den Steuersatz der Hauptleistung (Abschn. 3.10 Abs. 5 UStAE). Wo das nicht eindeutig ist, lohnt die Frage an die Steuerberatung, bevor der Satz auf der Rechnung steht.

Getrennte Positionen sind der sichere Weg

Eine Position für die Produktion mit 19 Prozent, eine für die Nutzungsrechte mit 7 Prozent. Das ist mehr Schreibarbeit und im Streitfall der Unterschied zwischen einer nachvollziehbaren und einer geschätzten Rechnung.

Nutzungsrechte beschreiben: Art, Gebiet, Dauer

Die Stichworte liefert das Gesetz: Ein Nutzungsrecht wird als einfaches oder ausschließliches Recht eingeräumt und kann räumlich, zeitlich oder inhaltlich beschränkt sein (§ 31 Abs. 1 UrhG). Auf der Rechnung steht deshalb „Einfaches Nutzungsrecht, Print und Online, Deutschland, zwei Jahre“ und nicht nur „Nutzungsrechte“; das ist zugleich die Angabe zu Umfang und Art der Leistung nach § 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 5 UStG. Die Bezeichnung gehört schon in den Auftrag: Sind die Nutzungsarten nicht ausdrücklich einzeln bezeichnet, bestimmt nach § 31 Abs. 5 UrhG der Vertragszweck, wie weit das Recht reicht.

Nebenkosten tragen den Satz der Leistung

Anfahrt, Übernachtung oder Material, die du weiterberechnest, gehören zum Entgelt deiner Leistung (§ 10 Abs. 1 Satz 2 UStG) und stehen als eigene Positionen mit Menge und Einheit auf der Rechnung, etwa „Anfahrt, 84 km“. Den Steuersatz bestimmt die Leistung, zu der sie gehören, bei der Produktion also 19 Prozent, und nicht der Satz auf deinem eigenen Beleg: Dein Bahnticket zum Shooting trug 7 Prozent, weiterberechnet wird die Fahrt mit dem Satz der Produktion. Ohne Umsatzsteuer bleiben nur durchlaufende Posten, also Beträge, die du im Namen und für Rechnung deines Kunden auslegst (§ 10 Abs. 1 Satz 4 UStG).

Die Künstlersozialabgabe betrifft deine Auftraggeber

Verwertet ein Unternehmen regelmäßig künstlerische Leistungen, schuldet es der Künstlersozialkasse eine Abgabe auf das Honorar. Sie steht nicht auf deiner Rechnung und wird von dir nicht ausgewiesen. Es hilft aber, das zu wissen, wenn ein Kunde deswegen nachfragt.

So sieht die Rechnung als Fotograf aus

  1. Pflichtangaben wie auf jeder Rechnung

    Name und Anschrift beider Seiten, Steuernummer oder USt-IdNr., Datum, Rechnungsnummer und Leistungszeitpunkt (§ 14 Abs. 4 UStG). Als Kleinunternehmer gilt die kürzere Liste des § 34a UStDV.

  2. Aufnahme und Rechte getrennt

    Die Produktion mit 19 Prozent, die Nutzungsrechte mit Art, Gebiet und Dauer mit 7 Prozent. Entgelt und Steuer stehen je Satz getrennt da.

  3. Nebenkosten zur Produktion

    Anfahrt, Übernachtung und Material als eigene Positionen. Sie tragen den Satz der Leistung, zu der sie gehören, meist also 19 Prozent.

Der pauschale Ansatz

Die ganze Rechnung mit 7 Prozent zu stellen ist bequem und hält selten stand. Kommt die Prüfung zu einer anderen Einordnung, wird der Differenzbetrag nachgefordert – für alle Rechnungen des Zeitraums.

Häufige Fragen

Darf ich die ganze Rechnung mit 7 Prozent stellen?

Nur wenn die Rechteübertragung den Leistungsinhalt prägt und die Nebenleistungen darin aufgehen. Wo das nicht eindeutig ist, ist die getrennte Ausweisung der sichere Weg.

Wie beschreibe ich Nutzungsrechte auf der Rechnung?

Mit Umfang und Dauer: Medium, Gebiet und Zeitraum. „Nutzungsrechte“ allein sagt weder dem Kunden noch dem Finanzamt etwas.

Praxis & Buchhaltung

Pflichtangaben nach § 14 Umsatzsteuergesetz

Zehn Angaben nach § 14 Abs. 4 UStG machen aus einem Schreiben eine Rechnung. Jede steht hier mit ihrem typischen Fehler und der Folge, wenn sie fehlt.

8 Minuten Lesezeit

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