Lexikon · Beträge und Zahlung
Mahnung
Eine Mahnung fordert den Kunden auf, eine fällige Rechnung zu bezahlen. Mit ihrem Zugang kommt er in Verzug und schuldet ab dann Verzugszinsen und die Kosten der Rechtsverfolgung.
Rechtsgrundlage
§ 286 BGB regelt den Verzug. Nach Absatz 3 tritt er auch ohne Mahnung ein, wenn seit Zugang der Rechnung 30 Tage vergangen sind – bei Verbrauchern nur, wenn darauf in der Rechnung hingewiesen wurde.
Braucht es wirklich drei Mahnungen?
Nein. Die „drei Mahnungen“ sind kaufmännische Gewohnheit, kein Gesetz. Eine einzige Mahnung genügt, um Verzug auszulösen, und selbst die ist entbehrlich, wenn ein Zahlungsziel kalendermässig bestimmt war oder die 30-Tage-Frist abgelaufen ist.
Üblich und meist sinnvoll ist trotzdem eine Stufung: eine freundliche Zahlungserinnerung nach wenigen Tagen, eine deutliche Mahnung mit Frist, dann die Ankündigung weiterer Schritte. Wer beim ersten Verzugstag mit dem Anwalt droht, verliert Kunden statt Geld einzutreiben.
Was darf man berechnen?
- Verzugszinsen: fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz gegenüber Verbrauchern, neun Prozentpunkte zwischen Unternehmen (§ 288 BGB).
- Eine Pauschale von 40 Euro, wenn der Schuldner kein Verbraucher ist (§ 288 Abs. 5 BGB). Sie wird auf spätere Rechtsverfolgungskosten angerechnet.
- Tatsächliche Kosten der Rechtsverfolgung, etwa Anwaltsgebühren – aber erst ab Verzug, die erste Mahnung zählt nicht dazu.
- Mahngebühren sind nur ersatzfähig, soweit sie tatsächlich entstanden sind. Pauschale 5 Euro je Mahnung in den AGB halten der Prüfung selten stand.
Wann verjährt eine Rechnung?
Nach drei Jahren, gerechnet ab dem Schluss des Jahres, in dem die Forderung entstanden ist (§§ 195, 199 BGB). Eine Rechnung aus dem Januar 2026 verjährt also am 31. Dezember 2029.
Eine Mahnung hemmt die Verjährung nicht. Dafür braucht es einen Mahnbescheid, eine Klage oder ein Anerkenntnis des Schuldners.
Mahnung in der E-Rechnung
Eine Mahnung ist keine Rechnung und fällt nicht unter die E-Rechnungspflicht. Sie darf als PDF oder auf Papier gehen, auch nach 2028.
Sinnvoll ist es trotzdem, sie aus demselben System zu schicken: Nur dort ist bekannt, welcher Betrag offen ist, seit wann, und ob eine Teilzahlung einging.
Der Rechnungslotse leitet die Mahnstufen aus dem Zahlungsziel und dem tatsächlichen Zahlungseingang ab und verschickt sie erst, wenn die Rechnung nachweislich beim Kunden war.
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Häufige Fragen
- Ab wann ist eine Rechnung fällig?
- Sofort mit Zugang, wenn nichts anderes vereinbart ist (§ 271 BGB). Das übliche Zahlungsziel von 14 oder 30 Tagen ist eine freiwillige Stundung, die auf die Rechnung gehört.
- Muss eine Mahnung schriftlich sein?
- Formfrei, auch ein Anruf genügt rechtlich. Nachweisen lässt sich nur die schriftliche – deshalb ist sie die Regel.
- Wie formuliert man eine Zahlungserinnerung?
- Sachlich: Rechnungsnummer, Datum, Betrag, ursprüngliche Frist, neue Frist mit konkretem Datum. Ein Satz zur möglichen Überschneidung mit einer bereits erfolgten Zahlung nimmt der Sache die Schärfe.
Verwandte Begriffe
Rechnung schreiben, die durch die Prüfung geht
Der Rechnungslotse führt dich Feld für Feld und prüft jede Datei gegen EN 16931, bevor du sie bekommst. Drei Rechnungen im Monat sind dauerhaft kostenlos, ohne Anmeldung und ohne Kreditkarte.
Stand: September 2026. Der Eintrag ersetzt keine Steuerberatung; er nennt die Rechtsgrundlage, damit du sie selbst nachlesen kannst.