Lexikon · Beträge und Zahlung
Zahlungsziel
Das Zahlungsziel ist die auf der Rechnung genannte Frist für die Zahlung. Steht nichts da, ist die Forderung sofort fällig; das übliche Ziel von 14 oder 30 Tagen ist eine freiwillige Stundung.
Rechtsgrundlage
§ 271 BGB: Ohne Vereinbarung kann der Gläubiger die Leistung sofort verlangen. § 271a BGB begrenzt Zahlungsfristen zwischen Unternehmen auf 60 Tage, gegenüber öffentlichen Auftraggebern auf 30 Tage.
Welche Fristen sind üblich und welche zulässig?
- 14 Tage: der Standard im Handwerk und bei Dienstleistungen an kleine Betriebe.
- 30 Tage: üblich im B2B-Handel und bei größeren Kunden.
- 60 Tage: die gesetzliche Höchstgrenze zwischen Unternehmen, und nur wenn ausdrücklich vereinbart und für den Gläubiger nicht grob unbillig.
- 30 Tage gegenüber öffentlichen Auftraggebern, in Ausnahmefällen 60 – eine längere Vereinbarung ist unwirksam.
Ab wann läuft die Frist?
Ab Zugang der Rechnung, nicht ab dem Rechnungsdatum – es sei denn, die Rechnung sagt etwas anderes. Eine Formulierung wie „zahlbar innerhalb von 14 Tagen ab Rechnungsdatum“ ist zulässig und klarer.
Unabhängig davon kommt der Kunde nach § 286 Abs. 3 BGB spätestens 30 Tage nach Zugang der Rechnung in Verzug, auch ohne Mahnung. Gegenüber Verbrauchern nur, wenn auf diese Folge in der Rechnung hingewiesen wurde.
Wie formuliert man es richtig?
Konkret und mit Datum, nicht nur mit Tageszahl: „Zahlbar bis zum 16.09.2026 ohne Abzug.“ Ein Datum wird eher eingehalten als eine Frist, die der Empfänger selbst ausrechnen muss.
Wer Skonto anbietet, nennt beide Fristen in einem Satz: „Zahlbar bis 16.09.2026 ohne Abzug, bei Zahlung bis 09.09.2026 2 % Skonto.“
Zahlungsziel in der E-Rechnung
In der XRechnung gibt es zwei getrennte Felder: BT-9 nimmt das Fälligkeitsdatum als Datum auf, BT-20 die Zahlungsbedingungen als Text.
Das Datum ist das, womit die Buchhaltung des Empfängers arbeitet – ein Zahlungsziel, das nur im Text steht, landet in keiner Fälligkeitsliste. Wer beides setzt, wird pünktlicher bezahlt.
Die deutsche Sonderregel für Skonto hängt an BT-20: Der maschinenlesbare Block gehört dorthin, nicht in eine Bemerkung.
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Häufige Fragen
- Darf ich Vorkasse verlangen?
- Ja, wenn es vereinbart ist. Ohne Vereinbarung gilt die gesetzliche Regel, nach der Leistung und Gegenleistung Zug um Zug zu erbringen sind. Eine Vorkasseklausel gehört ins Angebot, nicht erst auf die Rechnung.
- Was gilt bei Abschlagsrechnungen?
- Dieselben Fristen. Jede Abschlagsrechnung ist eine eigene Forderung mit eigenem Zahlungsziel und eigenem Verzugseintritt.
Verwandte Begriffe
- SkontoPreisnachlass für schnelle Zahlung, meist 2 oder 3 Prozent innerhalb von 7 bis 14 Tagen.
- MahnungDie Aufforderung zu zahlen, nachdem die Rechnung fällig war – sie setzt den Kunden in Verzug.
- Verjährung einer RechnungDrei Jahre, gerechnet ab dem Ende des Jahres, in dem die Forderung entstanden ist.
Rechnung schreiben, die durch die Prüfung geht
Der Rechnungslotse führt dich Feld für Feld und prüft jede Datei gegen EN 16931, bevor du sie bekommst. Drei Rechnungen im Monat sind dauerhaft kostenlos, ohne Anmeldung und ohne Kreditkarte.
Stand: September 2026. Der Eintrag ersetzt keine Steuerberatung; er nennt die Rechtsgrundlage, damit du sie selbst nachlesen kannst.