Kurz: EN 16931 kennt über 160 Felder, aber abgelehnt wird an rund zwanzig. Wer die kennt, braucht die Norm nicht zu lesen – wer sie nicht kennt, sucht bei jeder Ablehnung von vorn.

„BT“ steht für Business Term, ein einzelnes Feld. „BG“ für Business Group, eine Gruppe zusammengehöriger Felder. Beide Kürzel tauchen in jeder Fehlermeldung auf, und genau dort werden sie zum Problem: BR-CO-15 sagt nichts, BT-109, BT-110, BT-112 auch nicht – die Verbindung zwischen beiden steht nirgends im Bericht.

Diese Übersicht schließt die Lücke. Sie ist nach dem sortiert, was in der Praxis scheitert, und jede Zeile führt auf die Regelseite mit dem XML-Beispiel.

Die Felder, an denen der Verkäufer scheitert

XRechnung verlangt vom Aussteller mehr als die europäische Norm – drei Kontaktangaben, die im UStG nicht vorkommen und ohne die trotzdem nichts durchgeht.

FeldWas hineingehörtRegel
BT-41Ansprechpartner beim VerkäuferBR-DE-5
BT-42Telefonnummer des VerkäufersBR-DE-6
BT-43E-Mail-Adresse des VerkäufersBR-DE-7
BT-31 / BT-32USt-IdNr. oder SteuernummerBR-DE-16
BT-29Verkäuferkennung – zusätzlich nötig, wenn nur die Steuernummer vorliegtBR-CO-26

Die letzte Zeile ist die, die jede Kleinunternehmer-Rechnung kippt: Eine Steuernummer allein genügt der Norm nicht. Sie muss zusätzlich als Verkäuferkennung stehen – sonst fällt die Datei durch, obwohl auf dem Papier alles richtig aussieht.

Die Felder, an denen der Empfänger scheitert

FeldWas hineingehörtRegel
BT-10Leitweg-ID bei öffentlichen AuftraggebernBR-DE-15
BT-49elektronische Adresse des KäufersPEPPOL-EN16931-R010
BT-48USt-IdNr. des Käufers – bei innergemeinschaftlichen Umsätzen

BT-48 ist die Zeile ohne Regelnummer, und das ist kein Versehen: Die Norm prüft nur, ob das Feld gefüllt ist. Ob die Nummer existiert und dem Kunden gehört, prüft sie nicht – das entscheidet später das Finanzamt über die Steuerbefreiung. Vorher nachsehen kostet zehn Sekunden, der USt-IdNr.-Prüfer fragt dafür das europäische System ab.

BT-10 ist der häufigste Ablehnungsgrund überhaupt, und der tückischste: Die Regel prüft nur, ob das Feld gefüllt ist, nicht ob der Inhalt eine existierende Leitweg-ID ist. Ein Zahlendreher besteht jede Validierung und scheitert erst im Portal. Dagegen hilft nur Nachrechnen – der Leitweg-ID-Prüfer macht das.

Die Felder, an denen die Zahlen scheitern

Hier liegt der Unterschied zwischen „sieht richtig aus“ und „rechnet auf“.

FeldWas hineingehörtRegel
BT-106, BT-109, BT-110, BT-112Summen: Positionen, netto, Steuer, bruttoBR-CO-15, BR-CO-10
BT-116, BT-117, BT-119je Steuergruppe: Basis, Betrag, SatzBR-CO-17
BT-113, BT-114, BT-115Anzahlungen, Rundung, ZahlbetragBR-CO-16
BT-146Einzelpreis – nie negativBR-27

BT-146 ist die Regel hinter jedem Storno: Eine Position lässt sich nicht über einen negativen Preis zurücknehmen, sondern nur über eine negative Menge. Warum das so ist und wie eine Korrektur aussieht, steht in Storno und Gutschrift als E-Rechnung.

BT-119 ist die Falle bei gemischten Steuersätzen: Gerundet wird je Steuergruppe, nicht auf der Rechnungssumme. Wer zuerst summiert und dann rundet, liegt regelmäßig einen Cent daneben – und einen Cent nimmt BR-CO-17 nicht hin.

Die Felder, an denen die Zahlung scheitert

FeldWas hineingehörtRegel
BT-9 / BT-20Fälligkeitsdatum oder ZahlungsbedingungenBR-CO-25
BT-20Skonto im RautenformatBR-DE-18
BT-84IBAN bei ÜberweisungBR-DE-19, BR-DE-23

BR-CO-25 verlangt eines von beiden – nicht beides, aber auch nicht keines. Und BT-20 trägt zwei Dinge gleichzeitig: den lesbaren Satz für den Menschen und den maschinenlesbaren Skonto-Block. Dass nach dem letzten Block ein Zeilenumbruch stehen muss, steht in Skonto in der XRechnung – ein unsichtbares Zeichen, das über gültig und ungültig entscheidet.

Die Felder, die den Beleg einordnen

FeldWas hineingehörtRegel
BT-3Dokumentart: 380 Rechnung, 326 Abschlag, 384 KorrekturBR-CL-01
BT-24Kennung der Ausprägung (XRechnung 3.0)BR-DE-21
BT-25 / BG-3Verweis auf die Ursprungsrechnung bei einer KorrekturBR-DE-26
BG-13 / BT-72Lieferangaben – leer nicht erlaubtPEPPOL-EN16931-R008

BT-3 ist das Feld mit dem überraschendsten Verhalten: Derselbe Code kann in der einen Syntax durchfallen und in der anderen bestehen. Gemessen und aufgeschrieben in Storno und Gutschrift.

Wie du das Feld zu deiner Fehlermeldung findest

Der Prüfbericht nennt die Regel, nicht das Feld – und genau andersherum sucht man. Zwei Wege:

  1. Die Fehlerdatenbank führt jede Regel als eigene Seite, mit den betroffenen Feldern, der Ursache und dem XML, wie es danach aussehen muss.
  2. Der E-Rechnungs-Anzeiger zeigt eine vorhandene Datei Feld für Feld im Klartext – samt BT-Nummer. Damit siehst du, was tatsächlich im Datensatz steht, statt zu raten, was die Software hineingeschrieben hat.

Häufige Fragen

Was bedeuten BT und BG? BT ist ein Business Term, also ein einzelnes Feld. BG eine Business Group, also eine Gruppe zusammengehöriger Felder – BG-3 etwa fasst alles zusammen, was zum Verweis auf eine frühere Rechnung gehört.

Muss ich alle 160 Felder kennen? Nein. Der überwiegende Teil ist optional oder wird von der Software gefüllt. Praktisch relevant sind die rund zwanzig oben, weil an ihnen die Prüfregeln hängen.

Warum nennt die Fehlermeldung kein Feld? Weil die Regeln auf Bedingungen prüfen, nicht auf Felder. BR-CO-15 sagt, dass eine Summe nicht aufgeht – welche der beteiligten Angaben falsch ist, weiß die Regel nicht. Die Zuordnung oben ersetzt das Nachschlagen.

Gilt diese Liste auch für ZUGFeRD? Die BT-Nummern schon, denn beide bauen auf EN 16931 auf. Die deutschen Zusatzregeln mit dem Kürzel BR-DE- gelten dagegen nur für die XRechnung – der Unterschied steht in XRechnung oder ZUGFeRD.